Große Veränderungen

Im Laufe der letzten zehn Jahre habe ich so ziemlich jedes Klischee erfüllt, dass man von mir in den Dreißigern so erwartet hatte: ich habe ein Haus gekauft, geheiratet, einen Sohn bekommen, jede Menge Bäume gepflanzt und bin jeden Morgen brav zur Arbeit gefahren. Versteht mich nicht falsch, das war nicht schlecht. Ich fühlte mich sehr wohl. 

Ich bin gern Mutter und Hausfrau, ich liebe es zu kochen und noch viel mehr zu backen. Ich mache gern Haus- und Gartenarbeit. Ich verbringe Zeit mit meinem Sohn, wir lesen viel, spielen Brettspiele, fahren Fahrrad… Auch meinen Job als Rechtsanwältin habe ich sehr geliebt. Ich habe vielen Menschen, denen das Leben nicht so mitgespielt hat, geholfen und zur Seite gestanden. 

Im April 2018 machte ich jedoch einen gravierenden Schritt: ich packte alle Sachen und zog mit meiner kleinen Familie nach Irland. Ich gab sogar meinen Job auf. 

Jetzt geniesse ich das herrliche und idyllische Leben auf der grünen Insel, die ständige Meeresluft, das Kreischen der Möwen, die Geselligkeit der Iren und esse mindestens dreimal pro Woche frischen Fisch aus der Celtic Sea. Ich arbeite noch genauso viel wie in Deutschland, aber anders. Es ist entspannter. Ich schreibe den ganzen Tag meine Geschichten, wenn mein Sohn in der Schule ist. Und am Nachmittag fahren wir mit dem Fahrrad ans Meer, sammeln Muscheln und Steine, spielen Ball oder jagen die Möwen. 

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