Friedhof der Kuscheltiere

Der morgendliche Blick auf meine Wetter-App verrät, es wird Herbst. Ich erkenne es daran, dass die Temperaturen hier in Irland meistens höher sind als in Deutschland. Im Sommer war es anders herum. 

Selten wird es richtig kalt. Von einigen Ausnahmen abgesehen, gibt es keinen Frost und keinen Schnee. Daher wachsen in unserem Garten meine geliebten Hortensien prächtig, der Rosmarin und Lavendel erfrieren nicht und ich brauche morgens auf dem Fahrrad keine Handschuhe. 

Im Park sah ich in dieser Woche einen jungen Mann auf dem Fahrrad mit kurzer Hose und Flip-Flops; lediglich gegen den starken Wind hatte er eine Pudelmütze aufgesetzt. Es sah sehr originell, wenn auch etwas befremdlich aus. 

Bei einem Ausflug zu einem atemberaubend schönen Anwesen, das Powersport Gardens genannt wird, zeigte sich die Natur in allen rot- und gelb-farbenen Tönen des Herbstes. Der erdige, herbst-typische Geruch der auf dem Boden liegenden, feuchten Blätter lag in der Luft. Ein richtig schöner Tag. Solltet ihr einmal in den Genuss eines Besuchs dort kommen, dürft ihr auf keinen Fall versäumen, den dortigen Haustierfriedhof anzuschauen; ein Friedhof der Kuscheltiere sozusagen. Auf einem recht überschaubaren Areal findet man die Gräber von offensichtlich sehr geliebten Jagd- und Schäferhunden, namens Goldie oder Bobby, aber auch von Pferden und einer Kuh namens Eugenie, die zwölfjährig starb und welcher auf dem Grabstein für siebzehn Kälber und einhunderttausend Gallonen Milch gedankt wird. Die Gräber sind zum Teil einhundert Jahre alt und neben Eugenie finden sich weitere Kuriositäten. Davon abgesehen, kann man dort herrlich durch ein riesiges, kunstvoll gestaltetes Anwesen spazieren, welches wohl sogar Graf Pückler mit seinen zahlreichen exotisch angelegten Gärten beeindruckt haben soll.

Menü schließen