Howth – Fisch, Möwen und Meer

Wenn ich um einen Tipp für einen kurzen Ausflug von Dublin aus gebeten werde, fällt mir spontan die Halbinsel Howth ein. Eine kleine Landzunge, nördlich von Dublin, mit dem DART – der ist vergleichbar mit der S-Bahn in Berlin – eine halbe Stunde von der City entfernt. 

Dann erwartet mich dort absolutes Meer-Flair: Boote, Schiffe, Felsen, ein Leuchtturm, Möwen und andere, auch völlig seltene Seevögel und sehr zu empfehlende Fischrestaurants. Im Sommer und in den Ferien kann es dort ein wenig überfüllt sein, aber es ist dennoch immer einen Ausflug wert. Am schönsten ist es aber in den Wintermonaten, denn dann ist alles recht ruhig und beschaulich. 

Mit gutem Schuhwerk kann man einen der Howth-Loops wandern. Die empfohlenen Wege gibt es in unterschiedlichen Längen, von vier bis zehn Kilometern. Es ist unerheblich, welchen man wählt, der Pfad entlang der Felsen und der Blick über die See ist außergewöhnlich und entschädigt für den zum Teil anstrengenden Weg bergauf. Und das zu jeder Jahreszeit. Ich habe den großen Loop im Frühjahr zum ersten Mal gemacht. Der gesamte Weg war gesäumt von gelb blühendem Ginster. Wunderschön. An einigen der riesigen im Wasser herausragenden Felsen konnte man zahlreiche Puffins sehen; das sind Meeresvögel, die wie eine Mischung aus einer Ente und einem Papagei aussehen und einen knallroten Schnabel haben. Sehr süß. 

Danach empfehle ich, eine Kleinigkeit in einem der zahlreichen Fischrestaurants essen zu gehen und frisch am Morgen gefangenen Fisch aus der Irish Sea oder Austern, Muscheln und Krabben zu geniessen.  Im „King Citirc“ kann man sehr gut und auf hohem Niveau eine abwechslungsreiche Fischküche kosten; es ist etwas teurer, aber absolut empfehlenswert. Außerdem lockt das Restaurant mit einem wundervollen Blick auf das Wasser. Weiter in Richtung Hafen gibt es zahlreiche Restaurants und Bistros nebeneinander, die im Sommer ziemlich voll sind. Um frische Austern und eine Krebsfleisch-Platte im „Brass Monkey“ an den urig geschnitzten Tischen und Bänken draußen essen zu können, nehme ich manchmal sogar eine kurze Wartezeit in Kauf. Von den kleinen Bistros am Parkplatz, wie dem „Beshops“, möchte ich nur abraten, denn der Backfisch ist meist sehr fettig und wirklich nicht gut, vor allem aber stammt der meiste Müll in den Tonnen hier von den Take-away-Kartons. Das ist so überflüssig, weil es auch nicht unbedingt preiswerter ist und vor allem nicht schmeckt. 

Die DART-Station in Howth ist die Endstation und man ist von dort aus direkt im Geschehen. Bei Ebbe lohnt es sich jedoch, eine Station vorher, in Sutton auszusteigen und den Weg nach Howth am Strand entlang zu spazieren. Am besten barfuss. Den Strand säumen an einigen Stellen zum Teil pompös wirkende Strandvillen, deren Besitzer einen wundervollen Blick kauf das Meer haben müssen. Der Strand lädt hervorragend zum Sammeln von Muscheln und Steinen ein.

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