Schließlich erblicke ich sie. Auf einer geräumigen Bank, zwischen zahlreichen Kissen knien zwei nackte Frauen sich gegenüber und küssen sich leidenschaftlich. Die beiden sehen wunderschön aus. Das wenige Licht erhellt ihre offenbar perfekten Körper mit festen Brüsten, langen Beinen und einer makellosen Haut. Sie streicheln und fahren sich durch das lange Haar. Zwischen ihnen sitzt ein Mann, die Hände jeweils auf einem Hinterteil seiner Begleiterinnen und mit einem beachtlichen Ständer, der steil nach oben steht wie eine Fahnenstange. 
Der Anblick des Trios erschreckt mich, verursacht allerdings auch ein gezieltes Stechen in meinem Unterleib. Ich wusste, dass mich ähnliches erwarten würde. Trotzdem kann ich nicht wegsehen. Gespannt verfolge ich die zärtlichen Bewegungen, das gegenseitige Streicheln und den hungrigen Blick des Mannes. 
Ich habe keine Ahnung, wie lange ich ihnen zuschaue, doch plötzlich kommt es mir falsch vor und ich gehe einen Schritt zurück. 
Zwei große Hände halten mich an den Schultern, als ich gegen Sorokin stoße. Ich drehe mich nicht um, kann den Blick immer noch nicht von den Liebenden wenden. »Wir sollten gehen. Wir können doch nicht …« Ich höre selbst wie wenig überzeugend ich klinge. Ich muss gestehen, anderen dabei zuzusehen hat einen gewissen Reiz. Es ist irgendwie verboten, obwohl es in diesem Falle erlaubt, vielleicht sogar erwünscht ist. Doch überwiegt die Verlockung des Tabus. Und das macht es so unwiderstehlich.
Ich spüre Sorokins heißen Atem auf meinem Hals, als er nah an mein Ohr kommt und mir zuflüstert: »Warum nicht? Die drei hätten sicher nichts dagegen.«
Also gut. Nur ein paar Sekunden. Sorokins Hände liegen nach wie vor auf meinen Schultern. Diese Wärme hindert mich daran, mich selbständig vom Fleck zu bewegen. Mit einem leichten Druck dirigiert er mich ein wenig nach rechts und wir stehen am Rande des Raumes und außerhalb der Lichtkegel. 
»Niemand kann uns hier sehen«, verrät er.
Die beiden Frauen küssen sich immer leidenschaftlicher und die Hände des Mannes gleiten nach vorn und verschwinden jeweils zwischen den Beinen der beiden. Das Stöhnen wird lauter. Und meine eigene Erregung wächst. Meine voyeuristische Seite ist erwacht und verfestigt sich in einem aufdringlichen Pochen in meinem Schritt. Mein Atem beschleunigt sich. Ich kann das Blut in meinen Ohren pulsieren hören. Die pure Aufregung und Erregung nimmt Besitz von meinem Körper.
Plötzlich legt sich Sorokins schwere Hand auf meinen Bauch und drückt mich an ihn. Sein Atem haucht wieder über meinen Hals. »Das gefällt dir, richtig?«
Ich kann nichts erwidern. In meinem Hals sitzt ein dicker Kloß. Ich versuche zu schlucken, aber er verschwindet nicht. 
»Es macht dich an. Ich kann es sehen«, säuselt er mir ins Ohr.
Ich nicke vorsichtig. Ehrlicherweise macht mich seine Nähe und die Art, wie er mir ins Ohr raunt, um Welten mehr an, als es die Drei vor uns bereits getan haben.