Ich bin Urheber – und nun?

Mit der Manifestation meiner Ideen, meines Textes, Buches und so weiter bin ich jetzt Urheber geworden. Und nun? Was bringt mir eine Urheberschaft nun?

Mein Werk ist geschützt und ist Teil meines Persönlichkeitsrechtes geworden. Nach den Vorschriften des Urhebergesetzes leiten sich nun eine Vielzahl von Rechten ab. Mein Werk ist vor unerlaubter Benutzung geschützt. Nur ich allein entscheide darüber, was damit geschieht. Ich entscheide, ob und wann und wie es veröffentlicht oder vervielfältigt, verarbeitet oder ausgestellt wird. 

Diese Rechte liegen ausschließlich beim Schöpfer und können nicht auf andere übertragen werden. Ich kann mein Urheberrecht daher nicht auf einen Dritten übertragen. Einzige Übertragungsmöglichkeit besteht beim Tod des Urhebers, der sein Urheberrecht vererben kann. Dies ist dann auf siebzig Jahre beschränkt,

Sofern sich jemand unberechtigt an meinem Werk zu schaffen macht, mir meinen Text klaut, mein Buch gegen meinen Willen veröffentlicht, macht er sich strafbar. Ein Strafverfahren wird allerdings nur bei einem Strafantrag verfolgt, also nicht von Amts wegen. Ich kann ferner Unterlassungsansprüche geltend machen, denjenigen also abmahnen, gegebenenfalls Schadenersatzansprüche geltend machen. 

Auch wenn das Urheberrecht als Persönlichkeitsrecht nicht auf andere übertragen werden kann, besteht dennoch die Möglichkeit, anderen urheberrechtliche Nutzungsrechte einzuräumen. Das bedeutet, dass ich Dritten per Vertrag gestatten kann, meine Verwertungsrechte umzusetzen. Das ist das, was man im Sprachgebrauch oft mit dem Terminus Lizenzen hört, was juristisch jedoch nicht korrekt ist.

Bei den einfachen Nutzungsrechten wird dem Dritten eine vertraglich festgelegte Nutzungsmöglichkeit eingeräumt, während ich als Urheber dennoch in der Lage bin, mein Werk selbst zu nutzen oder auch anderen Verwertern Nutzungsmöglichkeiten einräumen kann. 

Im Gegensatz dazu ist der Verwerter beim ausschließlichen Nutzungswerk berechtigt, als einziger das Werk zu nutzen, wie es der Terminus schon sagt. Eine Nutzung anderer, einschließlich des Urhebers selbst ist ausgeschlossen. Vertraglich vereinbart bedeutet, dass grundsätzlich auch eine Beschränkung vereinbart sein kann, sei es, dass die Nutzung auf eine bestimmte Zeit, auf bestimmte Länder oder auch nur auf einen bestimmten Teil des Werkes begrenzt sein soll.

Ein Autor räumt einem Verlag meistens ein ausschließliches Nutzungsrecht ein, weil der Verlag natürlich ein berechtigtes Interesse an Ausschließlichkeit hat, um Konkurrenzen zu vermeiden. 

Eine Besonderheit gilt übrigens bei Zitaten, wenn sie nicht allein stehen, sondern in ein Gesamtwerk eingebunden sind und Quellenangaben enthalten. Das Urheberrecht wird insofern eingeschränkt. Weitere Besonderheiten bestehen bei Werken der Öffentlichkeit, so dass ein urheberrechtlich geschütztes Bauwerk selbstverständlich fotografiert, gemalt etc. werden kann. 

©Ariana Lambert January 2019

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